True diversity

Tot. So fühlt sich Chioma gerade. Es ist Samstag, ein Tag nach der Fashionshow. Und wie jede Saison wurde eine Praktikantin des Labels „Mable“ während der Show krank.

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Wir beide, Chi und Larry, haben diesen Sommer ein Praktikum bei Mableonline.com, dem Modelabel von Katja Heidrich, gemacht. Katja hat ein nachhaltiges, in Europa produzierendes Plus- size- Label, das gerade drauf und dran ist vegan zu werden. Ihre Kollektionen sind aus recycelten oder auch 2nd Hand Stoffen gefertigt, oft wird nach Maß mit der Hand produziert. Damit haben wir auch unsere Erfahrungen gemacht… Krönung des Praktikums war die Teilnahme an der Plus- size- fashion show am 7.9.2018 im Hamburg City Cruise Center.
Bereits bei den Vorbereitungen zu der Show am Donnerstag Nachmittag fiel uns eine Sache gewaltig auf: die Leute sind so arrogant!

Who is important and who is not- to be or not to be

Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, die Bühne wurde aufgebaut, das Fitting organisiert und die Models übten ihren Walk. Stark bemerkte Chioma die Hierarchie die hinter der Modeindustrie steckt: wer steht oben und wer ganz unten? Es gibt die Stars wie Riccardo Simonetti, die auf der Bühne stehen und glänzen und denen vor der Show noch die Schuhe poliert werden und dann gibt es die vielen kleinen Helferlein die fleißig daran arbeiten, dass eben Riccardos Schuhe glänzen. Dadurch entstehen Hierarchien. Keine Frage Riccardo ist ein super Typ und war mit seinen mehr als 160.000 Followern auf Instagram definitiv einer der Stars des Abends sowie ein guter Repräsentant der Message „Diversity“.

Wahre Vielfalt oder Schubladendenken?!

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Einerseits ist es schön, dass es eine Curvy – Bewegung gibt. Denn tatsächlich sind Frauen mit Größe 44+ stark eingeschränkt in ihrer Kleiderauswahl. Schönheit hängt nicht von Gewicht oder Kleidergröße ab. Jeder Mensch soll das Recht haben sich so zu kleiden wie er möchte. Aber was, wenn es einfach keine Kleidung gibt?! Außer Maßanfertigungen, die eine Stange Geld kosten, hat diese Zielgruppe wenig Spielraum. Großartig und gleichzeitig wirtschaftlich, dass dieser Markt nun ausgebaut wird! Jedoch stellt sich eine Frage: ist Diversität oder Vielfalt nicht, dass ALLE Körpertypen gefeiert werden?! Sollte nicht ein jeder Catwalk, sei es von Gucci, Prada oder Happysize, von schlanken sowie kurvigen, dünnen und dicken, kleinen oder großen Models jeglicher Hautfarbe und Altersgruppe geziert sein?! Denn dies würde doch endlich der Realität, dem was wir tagtäglich auf der Straße sehen, entsprechen. Vielfalt ist nicht alleine Größe 44 aufwärts.

Wie kommen wir ans Ziel?

Natürlich befinden wir uns am Anfang einer Revolution. Der Curvy- Fashion- Revolution. Und an diesem Punkt ist es wichtig erst einmal Aufmerksamkeit auf jene Randgruppe, die eigentlich den Großteil der Bevölkerung ausmacht, zu lenken. Jegliche Form von PR ist gut denn so wird das stereotypisierte Bild der Size 0- Frau gesprengt und Akzeptanz gegenüber anderen Körperformen gefördert. Trotzdem müssen wir aufpassen, dass nicht wieder Schubladendenken oder gar Feindseligkeit
einsetzt. Denn werden „Dünne“ von den Schauen oder Magazinen der Curvy- Bewegung ausgegrenzt und abgewertet sind wir auch nicht am Optimum angekommen. Optimal wären Magazine und Modelabels, die wahre Diversität zeigen, ja zelebrieren. Eine Fashionshow die nicht das Kennzeichen „Curvy“ benötigt sondern in der ohne großem Getöse runde, kurvige Frauen auf den Catwalk geschickt werden. Wie schön wäre es Frauen jeglicher Körperform am Laufsteg oder in den Magazinen, Werbungen sowie im Fernsehen strahlen zu sehen. Und das eben ohne dem Label „Curvy“, „Plus-size “ usw.

„Dafür hab ich wenigstens Brüste“

Jeder hat sein Päckchen zu tragen denn auch wir zwei, Chi und Larry, haben so unsere Probleme mit Vorurteilen und Bewertungen gegenüber unseren Figuren. Chioma trägt eine 34 und hat somit sogenannte „Modelmaße“. Doch wer denkt, dass es Chioma dadurch leichter hat oder auf weniger Widerstand stößt, der hat sich gewaltig geschnitten. Denn in der Realität ist auch die 34 eine Randgruppe, nach deren Zugehörigkeit sich leider(!) viele Menschen, geprägt durch Schönheitsideale in TV und Werbung, sehnen. Chioma isst eine Menge und vieles davon ist ungesund. Schokolade, Kekse und Pizza gehören zu ihrem Lebensstil genauso wie Kaffee am Morgen. Sie ist also mit einer angeborenen kleinen Größe „gesegnet“. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Oft wird sie gerade deswegen verurteilt. Viele glauben, dass sie sich auf ihre Size 2 hungert, andere gehen insbesondere hart ins Gericht mit ihrer Haut, ihrem Kleidungsstil oder ihrer Weiblichkeit. Denn sie sind oft neidisch, wünschen sich nichts sehnlicher als eine Größe 34 und müssen Chioma deshalb herabstufen. Also wird Chioma auf ihre unreine Haut, ihr A- Körbchen oder die dezenteren Kurven reduziert. Denn alle glauben, sie wäre aufgrund ihrer Size 2 immun gegenüber Kritik. Chioma hingegen ist offen gegenüber allen Körperformen, baut Mädchen auf, die ihr Körper deprimiert und findet kurvige Frauen wunderschön. Wieso kann nicht auch ihr gegenüber die gleiche Toleranz gelten?

„Du hast eine gute Figur – wäre sie nicht mit Fett bedeckt.“

Bei Lara ist es etwas anders. Sie hat mit Größe 40 eine sozusagen „normale“ Größe, ist weder dünn noch plus-size. Jedoch wird auch sie auf ihr Aussehen im negativen Sinne reduziert. Während Chioma eher von Fremden entwürdigt wird ist es bei Lara vor allem die Familie. Denn hatte sie bis vor 2 Jahren eine 36/38 ist sie jetzt nicht mehr so „schlank“. Ungebetene Kommentare und Ratschläge wie „na diese Hose sieht besser aus“, „das Top macht dich schlanker“ oder „du hast ja eine gute Figur nur ist sie mit Fett bedeckt“ geben Lara das Gefühl, dass sie jetzt nicht mehr schön ist. Denn schön ist nur wer schlank ist. Auch ständiges Fragen nach ihrem Gewicht, ob sie zu- oder abgenommen hat sind demütigend und überflüssig.

2 colours 1 heart

Wir beide haben das Problem von anderen bewertet zu werden. Es ist egal welche Figur eine Frau oder ein Mann hat, es gibt immer etwas auszusetzen. Ob Kleidergröße 32, 40 oder 56, jeder ist schön. Schönheit liegt NICHT im Auge des Betrachters. Denn es ist nicht wichtig wer dich betrachtet, sondern wer du bist und wie du dich fühlst.

Befreien wir uns von vorherrschenden Schönheitsidealen und Klischees. Lasst uns die wahre Vielfalt feiern!

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EN:

Dead. That is how Chioma feels right at the moment. It is one day after the fashionshow. And every season an intern of the label “Mable” is becoming sick during the show.

Both of us, Chioma and Lara, did an internship at mableonline.com this summer. It is a fashion label creted by Katja Heidrich. Katja owns a sustainable plus- size- label that produces in Europe and is about to become vegan. Her collections are made of recycled and secondhand fabrics, often she produces made to order ad by hand. Which we have experienced a lot… The culmination of the internship was the attendance at the plus- size- fashion show on September 7th in Hamburg City’s Cruise Center.
While preparing the show on Thursday afternoon we both experiences something: people are so arrogant!

Who is important and who is not- to be or not to be

The show was about to be prepared, the stage was set up, the fitting organized, and the models trained their choreography on the catwalk. Chioma started to realize and feel that there is a strong hierarchy behind the fashion industry: who is on top and who is not?! There are the stars of the show such as Ricardo Simonetti, who get to be on stage and shine. The stars that get their hair and make up done as well as their shoes polished. On the other hand there are all those little, hardworking little helpers that do everything so that Ricardo’s shoes are polished. That way hierarchies develop. No question at all, Ricardo is a great guy and was with his more than 160.000 followers on Instagram one of the stars of the evening. He was indeed a great representative of the message “diversity”.

True diversity or stereotyping?!

On the one hand it is beautiful to see that there is this curvy- movement. Since, indeed, women with a size 44+ are strongly limited in their clothing choices. Beauty is not defined by weight or size. And every human has the right to dress the way he or she wants to. But what if there ar no clothes?! Apart from custom- made garments that cost a bunch of money that target group has hardly any “room”. It is great and at the same time economical that this niche market is being extended! However, one question arises: isn’t diversity that ALL body shapes and sizes are being celebrated?! Shouldn’t every single catwalk, from Gucci, Prada or Happysize, be covered with models that are curvy or slim, skinny or big, small or large and of any skin colour and age band?! Wouldn’t this finally represent the reality, a world we can watch every single day we go on the street? Diversity is not only size 44 upwards.

How do we reach our goals?

We certainly are at the start of a great revolution. The curvy- fashion- revolution. And at this point it is important to draw attention to this fringed group, which actually makes up most of society nowadays. Every kind of PR is good in order to destroy the stereotypes of a size 0- woman and to encourage acceptance towards different body shapes. Still, we have to be careful to not start stereotyping or even become antagonistic again.
If „skinny“ women are excluded from the fashion- shows as well as the magazines of the curvy- movement and if they are being devalued we have not reached the goal of true diversity. The optimum would be magazines and fashion labels that show this true diversity. A fashion show that does not need the tag “curvy” in order to send curvy or big ladies down the catwalk. How beautiful would it be to see women in all shapes andsizes in the magazines, advertisements, TV or on the catwalk. Without the tag “curvy”, “plus- size” etc.

“At least I have boops”

Veryone has to carry some weight and also the two of us, Chi and Larry, have our problems with regards to prejudice and assessments towards our bodies.
Chioma is a size 34 and thus has those so- called “model measurements”. But everybody who thins Chi has an easier life or less resistance because of it is more than wrong. In reality, also size 34 is a niche. And, unfortunately (!) many people want to be part of this niche because of the beauty ideals communicated through TV and advertisement. Chioma eats a lot and loads of it are not healthy. Chocolate, cookies and pizza are part of Chioma’s lifestyle. She is “blessed” with a natural small size. But that is only one side of the coin. Often, she is being condemned because of her size 2. Many people judge her to be anorexic others are very strict towards her and insult her skin, femininity or the way she dresses. The reason for that often is jealousy. And, thus, they have to derogate Chioma. She is condemned because of her bad skin, her A cup- breasts and her subtle curves. People seem to think that Chioma is immune against criticism. Chioma herself is openminded towards all sizes and shapes, she loves beautiful feminine women and psychs up women that do not feel well in their body. Why can’t she be faced with the same level of tolerance?

“You have a nice body- but it is covered in fat”

Lara’s case is somewhat different. With a size 40 she has a, let’s say, “normal” size. She is neither skinny nor plus- size, but is also being reduced to her looks and shape. While Chioma is often degraded by strangers or friends it is Lara’s family that is extremely strict. Until 2 years ago she had been wearing a size 36/38 and is now not that “slim” anymore. Unsolicited comments and advices such as “those pants look better”, “that shirt makes you slimmer” or “you have a nice body but it is covered in fat” make Lara feel less beautiful and appreciated. Only women who are slim are beautiful and appreciated. Besides, the constant asks for Lara’s weight, whether she has gained or lost weight are humiliating and redundant.

2 colours 1 heart

We both struggle with being assessed by other people. It really does not matter which body a woman or a man owns, there is always something to fault. Whether size 32, 40 or 56, every human is beautiful. Beauty is NOT in the eye of the beholder. It is not important who beholds you but who you are and how you feel
Let us get rid of the prevalent beauty ideals and clichés. Let us celebrate true diversity instead!

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